Weihnachten – das war’s
Aus, vorbei. Endlich hat das Theater um Familie und Geschenke ein Ende. Ich konnte es bald nicht mehr ertragen. In den Medien wird die heile Familie propagiert. Doch wie schaut es in der realen Welt aus? Nur sehr wenige Familien sind so heil wie es immer vorgetäuscht wird. Uns steht scheinbar eine gefühlsmäßige Eiszeit ins Haus.
Schuld an der Misere sind mindestens 2 Faktoren: Der Mensch und der Computer.
Ohne diese wahrlich praktische Erfindung würden wir bestimmt uns mehr zu sagen haben und auch mehr miteinander unternehmen. Da ist der Drang nach Erleichterung wahrlich nach hinten los gegangen. Unsere Arbeit kann dadurch erheblich leichter werden, aber wie so oft bei zweiseitigen Schwertern, auch Stellenabbau bedeuten. Man arbeitet ja schließlich effizienter. Also schaffen weniger mehr Arbeit.
Oha, jetzt schweife ich aber etwas ab. Zurück zum Thema.
Was den Arbeitsalltag aufwerten sollte, hatte man sich auch für das Privatleben erhofft. Das sah am Anfang ja auch ganz gut aus. Konnte man doch sehr gut in aller Welt Kontakte knüpfen und diese auch ohne wenig Aufwand pflegen.
Das ist so leicht, dass man die eigene Umwelt langsam aber sicher aus dem Fokus verliert. Da spreche ich nun leider aus Erfahrung. Auch ich habe mich in diese virtuelle Welt gestürzt. Das hat am Anfang auch richtig Spaß gemacht. Doch dann wurden meine Augen langsam viereckig (vom Monitor^^).
Da schaut man mal schnell bei Facebook nach, um zu erfahren was abgeht, anstatt mal aus dem Fenster zu sehen oder Nachrichten anzuschauen.
Wie sagt man in der iWorld so schön: Für jeden Zweck gibt es eine App. Manchmal wünsche ich mir, dass es für Menschen auch einen App-Store gibt. Da würde ich dann nach einer Familienpflege-App suchen. Denn die ist auf der Strecke geblieben. Das wurde mir jetzt zu diesem “Fest der Liebe” wieder bewusst. Unsere Familie ist recht groß und in alle Teile Deutschlands verstreut. Zu wie vielen habe ich aber Kontakt. Ratet mal. Meine Eltern können sich freuen. Die hören regelmäßig von mir. Doch das war es leider schon. Würde ich nicht auf meinen Kontoauszügen und den gemeinsamen Ferien sehen das ich Kinder habe, wäre es mir wahrscheinlich gar nicht bewusst.
Ich beschwere mich immer, dass sie mich nicht anrufen oder mir eine Karte schreiben. Da muss ich mich mal fragen, warum mache ich es denn nicht? Wie sollen sie kommunizieren lernen, wenn es ihnen niemand beibringt. Weil ich selber nicht sehr kommunikativ bin. Telefonieren muss ich auf Arbeit schon genug, da habe ich in meiner Freizeit nicht wirklich Lust zu. Mir fällt dann auch beim Besten Willen nichts ein, worüber ich mich mit jemanden austauschen will oder sollte. Es sind wenn es hochkommt die “Pflichtanrufe” zu Geburtstagen oder anderen Feierlichkeiten. Aber auch da nur noch im engsten Rahmen.
Da ärgere ich mich nun also darüber, dass meine Kinder mich nicht anrufen. Ich versuche es mal mit Verständnis für ihre Situation. Sie leben ziemlich weit weg und hören nichts von mir. Meine Ex-Frau baut sich gerade mit ihnen eine neue Familie auf und sieht mich natürlich als gut zahlenden Störfaktor. Also werden sie auf ihren “neuen Papa” fokussiert und auch nicht angehalten sich mal bei mir zu melden. Warum auch. Ich bin schließlich das störende Element in der “Familie”. Aus diesem Grund rufe ich wohl auch nicht bei ihnen an. Ich habe die Bedenken, dass ich dann mit Stress konfrontiert werde. Ich habe keine Lust, mir Vorwürfe und Beleidigungen anhören zu müssen. Ob das jetzt begründet ist oder nicht, sei dahin gestellt. Ich weiß es nicht, kann es mir aber gut vorstellen. Und das schreckt eben ab.
In dieser Angelegenheit muss ich mir echt professionelle Hilfe suchen. Das habe ich mir auch vorgenommen…